Freitag, 19. Februar 2016

Die Zelle - Jonas Winner

Hallo ihr Lieben,


vor einigen Wochen schrieb mich der Autor Jonas Winner an, ob ich nicht seinen aktuellen Roman Die Zelle lesen und rezensieren möchte.

Dafür möchte ich mich recht herzlich bedanken, ich bin schon bei Seite 165 und hab am Montag angefangen ^^.

Die Rezension wird also nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Bisher hat mich der Roman fest in seinen Bann gezogen und meine bisherige Vermutung ist sprichwörtlich "verpufft"... 

Update siehe unten

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Die Zelle - Jonas Winner

Rückentext:  Sammy ist elf Jahre alt und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugenstilvilla in Grundewald macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigstes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen.
Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.

Meine Meinung:

Ich habe also heute Mittag die Zelle verlassen. Aber hinter mir gelassen habe ich sie noch nicht. Ich habe selten das Bedürfnis, erstmal eine Pause zwischen dem aktuellen und dem neuen Buch zu machen... aber diesmal hat mich der Plot nicht losgelassen. Auch nach der letzten Seite nicht.

Jonas Winner schafft einen Spannungsbogen, den er vom Anfang bis zum Ende aufrecht erhält. Da alles durch Sammy's Sicht geschildert wird, erlebt man alles wie er es sieht. 

Sam zieht also von England nach Berlin, nachdem sein Vater und sein älterer Bruder schon dort sind, kommt er mit dem Au Pair Mädchen Hannah und seiner Mutter nach. Sein Bruder ist schon eingeschult und hat dementsprechend neue Freunde. Der Elfjährige fühlt sich einsam, da seine Mutter an der Berliner Oper ein Engagement bekommen hat und auch oft über Nacht fort bleibt. Sein Vater komponiert für dunkle Filme (vergleichbar mit Horror und Thriller) Musik. Ihn sieht der Junge auch nicht oft, da er sich oft in seinem Zimmer einschließt. Sein Vater erscheint mir als Perfektionist und in sich gekehrter, verkorkster Mann.

Eines Tages geht Sammy seinem Vater nach und entdeckt die oben erwähnte Zelle, mit dem Mädchen. Sie versteht kein Deutsch und als der Schüler seinen Vater zur Hilfe holen will, schreit sie immer "Daddy NOOOO!". Sie zeigt ihm auch einen Gummivorhang, hinter dem sich seltsame Gerätschaften und Schläuche verbergen. Der Junge ist verwirrt und erzählt niemandem davon. Diese Entdeckung lässt ihn jedoch nicht los und ebenso wenig den Leser. Als er sich wieder in den Luftschutzbunker (der auch eine Bowlingbahn mit alter Musicbox beinhaltet) begibt, ist die Zelle jedoch leer, verstaubt und das Mädchen weg.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag, ein Ereignis jagt das Nächste. Sein Bruder eröffnet ihm ein dunkles Geheimnis, Sam halluziniert und hat schließlich einen Nervenzusammenbruch. Für ihn ist klar, sein Vater hat das Mädchen eingesperrt, sie gefoltert und dann weggeschafft... er läuft auf die Straße und wird beinahe überfahren. Er schreit das Geheimnis heraus und bringt so eine Lawine ins Rollen, die nicht mehr zu stoppen ist und nur in einer Katastrophe enden kann...

Ich habe schon viele Thriller gelesen, aber Die Zelle war mit Abstand eines der spannendsten Bücher. Man folgt Sammy durch seine Gefühlswelt und fiebert mit ihm mit. Man fürchtet sich regelrecht davor, wie es weitergeht. Ich musste zwischendurch ab und an mit dem Lesen aufhören, weil es so grausam aber auch spannend war.

Vor allem das Ende hat mich regelrecht umgehauen.

Fazit: Garantiert nichts für schwache Nerven, Kopfkino garantiert ;). Super Spannungsbogen und gut gelegte, falsche Fährten. Es ist wie eine Achterbahnfahrt, nachdem man die Steigung in der Höhe des Mount Everest erklommen hat. Danach geht es in einem unglaublichen Tempo bergab und das Adrenalin schießt durch den Körper.

Klare Empfehlung von mir und 5 von 5 Pfötchen.

Danke nochmal an den Autor Jonas Winner ( http://www.jonaswinner.com ) für das Exemplar.