Dienstag, 25. Juli 2017

Harriet Cummings - Eine von Uns

Rückentext: Sommer 1984, ein Dorf in der englischen Provinz, in dem jeder jeden verdächtigt: Ist der geheimnisvolle Fox, der in ihre Häuser einbricht, aber nichts stiehlt, der sie beobachtet und verunsichert, einer von ihnen? Als schließlich eine junge Frau spurlos verschwindet, ist nichts mehr, wie es war.

Zusammenfassung: Im Sommer 1984 geschehen seltsame Dinge in dem kleinen, scheinbar idyllischen Dörfchen. Deloris verliert sich lieber in der schönen Scheinwelt von Dallas - während ihr Mann Harvey eine vorzeigbare, perfekte Hausfrau haben will. Sie ist auch die Einzige, die in den Ort gezogen ist, nachdem sie ihren Mann geheiratet hatte, alle anderen verbringen ihr Leben dort, oder haben es verbracht.

Doch zwischen Deloris und ihrem Mann kriselt es gewaltig, sie will eigentlich ausbrechen aus dem Ehealltag, und während Harvey sich ein Kind zur Ehefrau wünscht, tut sie alles um dagegen zu steuern. Denn eigentlich ist sie ein Freigeist, und fühlt sich mehr und mehr in die Enge getrieben. Dann freundet sie sich mit der einsiedlerischen Anna an. Ihre Mutter ist vor nicht allzu langer Zeit gestorben, und nun lebt sie alleine im Haus. Denn ihr Vater hat sie und ihre Mutter schon vor langer Zeit verlassen, nämlich nachdem ihre kleine Schwester starb...

Dann gibt es noch den Pfarrer Jim. Er ist noch nicht so lange im Dorf, aber kennt jeden und so manches Geheimnis. In Anna sieht er einen Engel auf Erden. Sie ist nett, lieb, hilfsbereit und stand immer im Schatten ihrer dominanten Mutter. Und Anna kennt auch sein dunkles Geheimnis, doch eines Tages droht alles ans Licht zu kommen...

Zur selben Zeit schleicht der sogenannte Fox, durch die Gemeinde. Er stiehlt nichts, bricht nicht ein. Er stellt nur Gegenstände um, nimmt welche mit - und entkommt immer unerkannt. Wie ein realer Geist, der die Bewohner in Angst und Schrecken versetzt, denn der Fox kommt auch wenn sich gerade jemand im Haus befindet...

Als Anna eines Nachts spurlos verschwindet, ist das Dorf in Aufruhr und eine große Suche wird eingeleitet, es werden neue Polizisten herbeigerufen. Und nun hat die örtliche Polizei nicht nur mit dem Fox zu kämpfen, sondern muss auch schnellstens Anna finden. Denn alle sind sich in einem sicher: der Fox hat Anna entführt...

Meine Meinung: Eine von uns ist ein sehr gelungenes Debüt. Der Stil ist flüssig und mitreißend geschrieben, ohne reißerisch zu werden. Die teils schrulligen Charaktere sind liebenswert und sehr britisch. Ich fühlte mich beim Lesen, als wäre ich im Jahr 1984 und eben in dem kleinen Örtchen.

Die Geschichte nimmt auch recht schnell Fahrt auf, und neben der Anna-Linie und der Fox-Linie erfährt man auch nach und nach mehr über diverse Bewohner. Zunächst dachte ich, Deloris wäre die Protagonistin - aber es gibt mehrere! Man erfährt etwas über ihre Schicksale und Vergangenheit. Und schnell wird klar: die verschwundene Anna wusste am Meisten über sämtliche Bewohner.

Der Roman liest sich fast wie von selbst, und ist streckenweise auch richtig spannend. Womit ich allerdings nicht gerechnet hätte, dass der Roman auch einfach nur tief traurig ist. Die Einsamkeit verschiedener Personen sticht so heraus, als hätte man einen Dorn im Finger...

Das Cover ist in dunkelblau gehalten, mit den Fußspuren des Fox, den Silberbirken (die im Buch oft erwähnt werden), der Schriftzug ist orange auf schwarzem Grund. Gerade durch das Dezente für mich ein Eye-catcher.

Fazit: 5 von 5 Pfötchen.



Ich danke für das Rezensionsexemplar!


Donnerstag, 20. Juli 2017

Zoe Beck - Die Lieferantin

Rückentext: Elliot Johnson leitet das heißeste Start-up Londons. Und das illegalste: Über ihre App bestellt man Drogen in höchster Qualität. Ausgeliefert wird der Stoff per Drohne. Anonym, sicher, perfekt organisiert. Die Londoner Unterwelt will Elliot deshalb tot sehen und setzt ein Kopfgeld auf sie aus. Zeit zurückzuschlagen...

Zusammenfassung: London im Jahr 2019 ~ Ellie beliefert ihre Kunden per Drohnen mit Drogen. Anonym, schnell und diskret. So denken die Besteller jedenfalls. Was sie nicht wissen ist, dass die Drohnen mit Kameras ausgestattet sind. So wird jeder Kunde, der zum Himmel hochschaut und nach seiner Lieferung Ausschau hält auf Film festgehalten.

Sie hat einen guten Freund seit Jugendtagen, nämlich Leigh. Er besitzt ein Restaurant, dass seinem Vater schon vorher gehörte und führt dieses weiter. Nach der Ein- oder anderen Veränderung läuft es gut für Leigh, auch wenn es unruhige Zeiten sind. Eines Abends taucht jedoch ein Schutzgeldeintreiber auf und verlangt eine hohe Summe von ihm. Diese Summe hebt der Eintreiber nach eigenem Ermessen immer wieder an, bis Leigh nur noch einen Ausweg sieht - er tötet den Mann, der Gonzo genannt werden will. Dann betoniert er ihn ins Fundament des Restaurants ein, um Spuren zu vernichten, und wiegt sich selber in trügerischer Sicherheit...

Der Mord an Gonzo bleibt dessen Auftraggeber nicht lange verborgen - und sie nehmen sich einen Kontaktmann vor, er wird im Londoner Hafenviertel schwer verprügelt und misshandelt. Da er jedoch standhaft versichert, keinen Gonzo gekannt zu haben, haben sie keine Verwendung mehr für ihn. Kurz bevor er stirbt, gibt er ein Wort von sich: "Polizei". Dann stürzt er sich ins Hafenbecken...

Aufgerüttelt durch die Geschehnisse, und die Kenntnis dass sich auf dem Drogenmarkt ein Mitbewerber stark etabliert hat, macht sich der jüngste Sohn des Gangsterbosses mit zwei "Kollegen" auf die Suche im Darknet. Hier werden sie schnell fündig und stoßen auf Ellies Onlineshop. Um diesen zu testen, bestellen sie Ware und die kommt per Drohne...

Meine Meinung: Die Lieferantin ist kein Thriller. Punkt. Der Rücken- und Klappentext hörten sich sehr vielversprechend an. Leider wurde ich schwer enttäuscht. Der Roman hat keinen einzigen Spannungspunkt! Er siecht vor sich hin, die Charaktere bleiben seltsam blutleer und seelenlos. Die Story spielt 2019 und noch immer hat England mit dem Brexit zu kämpfen. Die Autorin kreiert ein eigenes Wort: Druxit (Drugs + Exit), es dauerte eine Weile, bis mir klar wurde, was sie überhaupt damit meinte. Die Zukunft, die Zoe Beck in ihrem Roman für London zeichnet ist meiner Meinung nach auch sehr übertrieben. Drogen an allen Ecken, jeder nimmt sie. Die Bosse beherrschen den Markt und die Stadt, die Bevölkerung dröhnt sich zu, um zu vergessen. In meinen Augen ist es komplette Schwarzmalerei und fernab aller Realität. Auch die pseudopolitischen Ansichten ergeben zusammen ein dunkles, hoffnungsloses Bild. Gewalt überall, Fremdenfeindlichkeit noch dazu und überall hoffnungslose Junkies, denen keine Zukunft und keine Hoffnung blüht.

Ich hatte mir einen spannenden und verstrickten Thriller erhofft und habe einen Roman bekommen, der seelen- und leidenschaftslose Charaktere enthält, die in einer langatmigen und öden Story voran treiben. Wäre das Buch als Roman ausgeschrieben worden, wäre dies passender.

Das Cover finde ich sehr schön, es zeigt einen U-Bahn Eingang einmal in blau und dann spiegelverkehrt in rot

Fazit: 2 von 5 Pfötchen diesmal.




Ich danke für das Leseexemplar!


Freitag, 14. Juli 2017

Jaroslav Kalfar - Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt ~ Ground Control to Major Tom ~

Rückentext: Jakub Procházka erster Raumfahrer der tschechischen Geschichte, träumt davon, seinem Land Ruhm und Ehre zu bringen Doch nach dreizehn einsamen Wochen im All beginnen Jakubs Sinne verrückt zu spielen. Als dann auch noch seine Frau mit ihm Schluss macht, nimmt die Mission einen ungeahnten Lauf.

Zusammenfassung: Jakub wuchs bei seinen Großeltern auf, nachdem seine Eltern bei einem Seilbahn Unglück ums Leben kamen. Sein Vater war Spitzel der Regierung, und dementsprechend war die Familie nicht gut angesehen. Einige Zeit, nachdem der Junge seine Eltern verlor, taucht ein Fremder mit einem Eisenschuh bei der kleinen Familie auf. Er wurde einst von Jakubs Vater gefoltert, weil er gegen die Regierung war, und ein dementsprechendes Gedicht verfasst hatte.

Der unerwünschte Besucher hinterlässt bleibende Spuren bei Jakub - er hasst ihn abgrundtief. Durch Intrigen und Erpressung versucht der Fremde Jakub und seine Großeltern aus dem Dörfchen und ihrem Haus zu vertreiben, und um sie loszuwerden, schreckt er scheinbar vor nichts zurück...

Jahre später: Jakub ist als erster tschechischer Astronaut auf dem Weg ins All um einen unbekannten Nebel zu erforschen, und eine Probe zu entnehmen. Die Vorschriften nimmt er nicht so genau und genehmigt sich hier und da Nutella, oder lässt die Trainingseinheiten sausen. Sein einziger Halt, praktisch sein Anker ist seine Frau Lenka. Die beiden unterhalten sich einmal pro Woche per Livechat, und für diese Treffen wirft Jakub sich richtig in Schale. Doch dann kommt der Tag, an dem Lenka nicht auftaucht. Sie hat dass Gebäude der Raumfahrtbehörde fluchtartig verlassen, kommt nicht zurück und keiner weiß wo sie ist. Für Jakub bricht eine Welt zusammen und sein Anker zu Erde ab. Als dann ein auserirdisches Wesen Kontakt zu ihm aufnimmt, zweifelt er vollends an seinem Verstand, und denkt er leidet am Weltraumkoller. Denn seitdem dieses Wesen aufgetaucht ist, häufen sich Erinnerungen an seine Kindheit, Jugend, an Lenka und daran, wie er sein zu Hause verlor...

Meine Meinung: Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt ist vieles - SciFi, ein bisschen Romantik, Vergangenheitsbewältigung und vorallem sehr philosophisch. 

Man erfährt sehr viel von Jakub und wie sein Leben aus den Fugen geriet, durch die Taten seines Vaters. Auch wie er - trotz seines dunklen Erbes wie er meint - seinen Weg im Leben meistert und findet.

Die o. g. Elemente sind sehr gut verarbeitet, ich habe mich an keiner Stelle gelangweilt oder quer gelesen. Jeder Satz ist oder kann wichtig sein.

Jaroslav Kalfar hat mit seinem Debütroman etwas geschaffen, was nicht vielen gelingt. Philosophische Eindrücke, die Frage warum sind wir, wer wir sind und können wir nicht doch jemand anders sein? Und all das, ohne zu sehr in den Kitsch oder in die Absurdität abzurutschen. Die lustigen Passagen sind gut gesetzt, und wer sich immer schon gefragt hat, ob da draußen mehr ist, ist mit dem Roman sehr gut bedient.

Das Cover ist passend in blau gehalten, man sieht einen Astronauten und hat den Eindruck durch ein Fenster des Raumschiffs ins All zu schauen. Auf der Rückseite findet sich ein roter Kussmund.

Fazit: 5 von 5 Pfötchen und eine klare Empfehlung!




Ich danke für das Vorabexemplar!

Sonntag, 9. Juli 2017

Maria W. Peter - Die Küste der Freiheit

Rückentext: "Was hatte sie schon zu verlieren?" Wenn es irgendwo auf dieser Welt einen Platz gab, wo sie in Freiheit leben, ihrem Glauben und ihrem Gewissen folgen konnte, so würde sie ihn finden. Selbst wenn sie dafür an einen Ort reisen musste, der Pennsylvania hieß und am anderen Ende von Gottes weiter Erde lag."

Hessen 1776: Als ihr geliebter Lorenz mit seinem Casseler Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt wird, ist Anna zutiefst verzweifelt. So verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft. Bald schon findet sie sich mit zahlreichen Auswanderern auf einem Schiff in die Neue Welt wieder. Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist weit...

Zusammefassung: Anna Hochstetter lebt in einer amischen Gemeinde. Ihre Mutter und all ihre Geschwister starben vor ein einiger Zeit und jetzt gibt es nur noch Anna und ihren kranken, alten Vater. Ihre Mutter hatte sie in der Kunst der Heilpflanzen unterrichtet und so hilft Anna den Kranken.

Eines Tages hilft sie einer Schwangeren bei der schwierigen Geburt - was von der Gemeinde nicht gerne gesehen wird. Und trifft bei der Rückkehr auf einen Desserteur im Wald. Die junge Frau hilft dem Mann sich zu verstecken, doch dieser versucht sie zu vergewaltigen...

Nur durch einen Zufall treffen einige Sucher seines Heers kurz danach ein und ein junger, adliger Offizier namens Lorenz von Tannau rettet sie in letzter Minute. Mit dem Flüchtigen machen sie sich auf den Rückweg und Anna bleibt verunsichert bei der Gemeinde. Doch sie kann Lorenz nicht vergessen, und als Gideon Beiler ihr Avancen macht, fühlt sie sich in die Ecke gedrängt. Denn er ist in seiner Überzeugung tief verwurzelt und will sie zu seiner Frau machen. Jedoch müsste Anna dafür ihre Freiheit aufgeben und sich den Vorstellungen der Gemeinde, und Gideons, vollends unterwerfen...

Der Flüchtige Kurt Paul wird währenddessen gebrandmarkt und aus der Armee ausgeschlossen. Mittellos schlägt er sich durch, denn dass einzige was ihm geblieben ist, ist der Hass auf den Offizier der ihn - seiner Meinung nach - so sehr gedemütigt hat. Nämlich Lorenz von Tannau...

Nach einigen Monaten ist Lorenz auf dem Rückweg von weihnachtlichen Feierlichkeiten bei seiner Familie. Er ahnt nicht, dass er von Kurt verfolgt wurde. Und so erwischt ihn dieser, als er gerade eine Rast einlegt. Völlig unvorbereitet greift er Lorenz an und verletzt ihn lebensgefährlich. Zufällig kommt kurze Zeit später Anna vorbei, die Lebensmittel zu den Bedürftigen des Nachbardorfes bringen möchte. Sie findet ihn, und bringt ihn zu sich nach Hause. Hier pflegt sie ihn gesund, und als er gerade wieder auf den Beinen ist, stirbt Annas Vater. Völlig unvorbereitet trifft sie dieser neue Schicksalsschlag und wird von Lorenz getröstet. Genau in dem Moment, als Anna sich ausweint, betritt Gideon die Hütte und zieht die falschen Schlüsse...

Lorenz verlässt kurz darauf die Gemeinde und Anna muss sich als Büßerin vor den Ältesten des Dorfes einfinden. Da sich jedoch nicht beichten will, dass sie mit Lorenz unzüchtig geworden ist (was auch nicht der Fall war), wird sie von der Gemeinde ausgestoßen. Verzweifelt und ohne jeglichen Resthalt, packt sie ihre Sachen und geht in die Stadt, um Arbeit zu suchen und das Angebot der Hilfe seitens Lorenz annehmen möchte. Jedoch findet sie keine Stelle, da sie als Wiedertäuferin sofort von den Bewohnern gemieden wird. Und auch Lorenz ist nicht mehr da, er wurde mit seinem Regiment nach Amerika versetzt, um dem Bürgerkrieg beizuwohnen...

Dann wird sie auf Anwerber aufmerksam, die eine Reise nach Amerika versprechen. Ins gelobte, freie Land. Nach kurzem Zögern unterschreibt sie die Papiere und begibt sich kurz danach auf ein Schiff nach Amerika. Gezwungener Maßen steigt sie jedoch in Irland aus, um einer Frau bei der schweren Geburt ihrer Zwillinge zu helfen. Als sie zum Hafen zurückkommt, hat ihr Schiff abgelegt. Mit all ihren Habseligkeiten...

Sie wird von Father Séan aufgegriffen, der seine "Schäfchen" nach Amerika bringen will, in der Hoffnung, dass es dort sicherer und besser ist als in Irland. Er bringt sie mit einem Seelenverkäufer zusammen, und Anna unterzeichnet einen Vertrag als Schuldmagd für sieben Jahre...

Meine Meinung: Die Küste der Freiheit ist eine prima Auswanderersaga. Anna tritt als toughe und willensstarke Person auf, die zwar in ihrem Glauben verwurzelt ist, aber trotzdem sich selber nicht aufgeben will. Auch dass sie sich gegen Gideon zur Wehr setzt, und ihn nicht heiraten will, fand ich gut, genau wie den Fakt, dass sie nichts beichten und büßen will, für etwas was sie nicht getan hat.

Trotzdem konnte ich ab und an nur den Kopf schütteln, über ihre Handlungen und Entscheidungen. Sie waren und sind  mir immer noch schleierhaft. Das fand ich schade, da ich gerne nachvollziehe warum eine Protagonistin oder ein Protagonist eben so handelt, wie sie/ er es getan hat.

Lorenz von Tannau ist ein Offizier dem Ehre über alles geht. Er ist stets korrekt und hat die einzige familiäre Bande, zu seinem Onkel und seiner Tante. Seine Welt wird jedoch auf dem Kopf gestellt, als er Anna begegnet und sie vor Kurt Paul rettet. Von nun an, geht ihm die junge Frau nicht mehr aus dem Kopf. Und ihre Wege werden sich noch öfter kreuzen. Auch hier hatte ich teilweise Probleme, seine Entscheidungen nachzuvollziehen. Man denkt stellenweise, dass es endlich voran geht, doch dann entscheidet er sich ganz anders, und die ganze Sache nimmt wieder eine andere Wendung.

Kurt Paul ist der Feind, das wird ziemlich schnell klar. Und auch wenn man sich immer wieder wünscht, dass es endlich mit ihm zu Ende geht, zeigt er eine Widerstandsfähigkeit, die es (leider) auch im echten Leben gibt, was schlechte Menschen angeht.

Ich war schnell in der Handlung und der Stil ist flüssig. Auch die Erklärungen der Umgebung usw. sind klasse. Ich konnte mir alles vorstellen, und hatte richtiges Kopfkino.

Das Cover ist einfach nur wunderschön. In zarten Pastelltönen mit einem weißen Kranich und Schiffen, ein passendes Cover für einen Roman übers Auswandern nach Amerika.

Fazit: 4 von 5 Pfötchen, aufgrund einiger Längen und stellenweise voraussehbaren Wendungen.


Ich danke der Autorin für das liebevolle Päckchen, dass mir im Rahmen der Leserunde zugestellt wurde. 

Sonntag, 2. Juli 2017

Wundertage der mainwunder Agentur



Guten Morgen ihr Lieben,

ich habe die außergewöhnliche Ehre, an den Wundertagen der Agentur mainwunder teilzunehmen!

Andere Blogs haben ihre wundervollen Beiträge & Interviews schon gepostet - heute bin ich dran.

Hier kommt ihr zu den Wundertagen der anderen Teilnehmer:

Unsere kleine Bücherwelt ~ Team-Interview mit Tanja & Rebecca 
Madame Buchfein ~ mainwunder Rekorde
Blog-a-holic ~ Das mainwunder-Team stellt sich vor
Krimi und Keks ~ Ein Wundertag bei Tanja
NichtohneBuch ~ Blogger-Erfahrungen mit mainwunder
Bonnie's Buchemotion ~ Ein Wundertag mit Rebecca
Lesenswertes aus dem Bücherhaus ~ Autoren erzählen


Eventuell habt ihr ja schon von mainwunder und den Blogtouren und anderen Aktion gehört. Oder ihr wurdet kontaktiert und kennt mainwunder schon daher ;). 

Ich durfte die Geschäftsführerin Tanja Rörsch zum Thema "Ab in die Zukunft" interviewen. 

Alle Infos zur Agentur findet ihr hier. Viel Spaß beim Lesen wünsche ich euch.

Mein allerherzlichster Dank gilt der Agentur mainwunder, dass ich teil dieser besonderen Aktion sein darf!

Ich habe durch die mainwunder Ladies schon einige tolle Bücher lesen dürfen. Auch die allererste Blogparade zur Schildkrötenparade im Jahr 2016 kam seitens der mainwunder Agentur. Der Kontakt ist immer sehr herzlich und wir Blogger werden immer in die Orga-Gruppen mit einbezogen.

Aber nun zum eigentlichen Interview:


Liebe Tanja, erstmal herzlich Willkommen auf Catgirl loves Books! Vielen Dank, dass ich an der Aktion „Wundertage“ der mainwunder Agentur teilnehmen darf.

Das Thema dieses Interviews lautet „Ab in die Zukunft“ – Wenn Du an die Zukunft denkst, wo siehst Du Dich und die Agentur?

Tanja: Das ist schwer zu sagen, denn ich halte nichts von Zukunftsmalerei. Gerade der Buchmarkt verändert sich so rasant, dass es schwer ist, nur ein Jahr im Voraus zu denken. Aber ich habe Ziele, an deren Erreichen ich bereits arbeite.
- mainwunder ist die bekannteste Buchmarketing-Agentur Deutschlands
- Ich möchte den Virenschleuderpreis für eine meiner tollen Aktionen gewinnen
- Ich werde regelmäßig als Speakerin für den Bereich Buchmarketing bei Messen & Veranstaltungen gebucht
- Meine neue Plattform mein-buchprojekt.de soll die zentrale Plattform für Autoren und Dienstleister sein.

- mainwunder vertritt noch mehr internationale Top-Autoren für den deutschen Markt

Du hast es gerade angesprochen, neben mainwunder hast Du noch ein zweites Unternehmen gegründet. Was hat es damit auf sich, worum geht es?

Tanja: Gemeinsam mit zwei anderen Geschäftspartnern habe ich mein-buchprojekt.de entwickelt, eine außergewöhnliche Plattform für Selfpublisher und Dienstleister, die im Juli 2017 online geht. Sie ist Community, Vermittlungsplattform und Projektmanagementsystem und ermöglicht das managen der eigenen Buchprojekte vom fertigen Manuskript bis zur Buchvermarktung. Ob man neue Dienstleister für sich entdeckt oder mit dem bisherigen Team zusammenarbeitet, mit dieser Plattform wird die Zusammenarbeit um ein Vielfaches leichter. Wir machen darüber hinaus den Markt transparenter, zeigen, wer an welchen Büchern beteiligt war (z.B. wer das Cover eines Bestsellers gemacht oder es lektoriert hat) und geben Dienstleistern die Möglichkeit, freie Slots auszuschreiben oder sich auf Aufrufe von Autoren zu melden und Angebote zu senden. Natürlich kann man anderen Autoren und Dienstleistern auch folgen und sich mit ihnen austauschen. 


Das klingt wie ein Facebook für Autoren und Dienstleister, wie seid ihr auf die Idee gekommen und welche Rolle hast du dabei?



Tanja: Die Idee stammt von meinem Geschäftspartner, die wir dann gemeinsam ausgearbeitet haben. Seit vielen Monaten arbeitet jetzt ein großes Entwicklerteam aus 7 Personen daran, alle Features wie den intelligenten Chat, eigene Rankings und das Managementsystem zu entwickeln. Mir waren von Anfang an zwei Dinge wichtig: Möglichkeiten zum Austausch, Dialog und Abstimmung sowie Transparenz. Die Zeiten, in denen wir lange brauchen, um Informationen zu bekommen, sind vorbei. Außerdem können sich erstmals auch Buchblogger als Dienstleister registrieren und mit ihrem Blog Geld verdienen (z.B. über Bannerwerbung, Sponsored Posts, Buchtipps u.a.). 

Unsere Aufgaben sind verteilt: Mein Geschäftspartner ist für das Technische, die Entwicklung zuständig. Ich für Marketing, Design und Vertrieb. Die dritte Geschäftspartnerin unterstützt uns bei Technik und Usability und ist für die Community-Betreuung zuständig sein.

Als Du damals mit mainwunder gestartet bist, hast Du da geahnt, dass Du da bist wo Du heute stehst?

Tanja: Nein, gar nicht. Die Entwicklung von mainwunder ging so rasant nach vorne und die Bekanntheit hat sich derart gesteigert, dass ich mich manchmal frage, wie das überhaupt möglich ist. Ich habe ja noch nie Autoren oder Verlage angesprochen, ob sie meine Dienste benötigen, sie kommen alle von selbst. Mir ist Anbiedern aber generell zuwider, ich möchte mit Leistung überzeugen und das jemand sagt: „Das was die Tanja macht, ist geil. Will ich auch.“ 

Deine Aktionen werden auch immer größer, wie schaffst du das? Hat Dein Tag mehr als 24 Stunden?

Tanja: Das werde ich häufig gefragt und ja, es wird immer mehr. Aber ich weiß inzwischen auch, Dinge zu delegieren, abzugeben und mir gute Leute dazu zu holen. Hier habe ich mir ein großes – das Beste – Netzwerk aufgebaut. 

Habt ihr von mainwunder Pauschalangebote für Interessierte, z. B. eine Art „All Inclusive“ Paket, oder variiert ihr die Angebote je nach Kunde individuell?

Tanja: Beides, aber zu 90% ist es dann doch individuell. Das liegt daran, dass jedes Buch und jeder Autor individuell ist und an einem anderen Punkt steht. Deshalb helfen Online-Kurse nur bedingt, denn sie gehen über einen gewissen Punkt nicht hinaus und können lediglich Basiswissen vermitteln. Wenn es aber darum geht, ein Buch groß zu machen, bedarf es einer individuellen Strategie bzw. Aktionen, die so viel Wind machen, dass jeder von dem Buch erfährt. Und das geht niemals pauschal. 

Du bietest neben Strategieberatungen jetzt ganz neu auch Krisenberatungen an. Warum? Wo haben denn Autoren eine Krise?

Tanja: Gute Frage! Damit sind nicht Schreibkrisen gemeint. Krisenkommunikation ist in der PR ein gängiger Begriff und betrifft alle Situationen, die dem Image oder dem Unternehmen als solches schaden können. Ich habe in meinem Leben schon viele Krisensituationen gehabt – von Greenpeace- oder Foodwatch-Aktionen, von Produkt-Rückrufen bis Hetzkampagnen in den Medien. Es war die perfekte Schule für meinen heutigen Job. Denn: Ja, auch Autoren können in Krisensituationen geraten und die passieren häufiger als man denkt. Das geht vom Plagiatsvorwurf bis zur Hetzkampagne im Social Web bis zur Auseinandersetzung mit einem Blogger. Durch die rasante Verbreitung von Informationen – und eben auch zum Beispiel Gerüchten oder falschen Aussagen – kann so ein Autor schnell in Verruf geraten. Die Folge sind Imageverlust und ein Rückgang der Buchverkäufe. 
Es ist wichtig, dass Autoren in solchen Fällen professionelle Unterstützung bekommen, mit der es möglich ist, wieder aus der Situation (möglichst unbeschadet) herauszukommen. 

Eure Aktionen in Kooperation Autor & Blogger, sind ja immer sehr herzlich. Die Kommunikation untereinander ist unkompliziert und nah, glaubst du, dass es genau dieses Herzblut ist, was euch von den „großen“ Verlagen & Agenturen abhebt?

Tanja: Es ist ein Teil dessen, was uns ausmacht. Ich erinnere mich noch an einen Bericht einer Kollegin einer großen Netzwerk-Agentur, die mir erzählte, dass ein Blogger sein Geschenk für eine Aktion nicht bekam und es mehrere Wochen dauerte, bis es endlich geklärt war, wer da geschludert hat. Es ging über mehrere Standorte, mehrere Mitarbeiter und letztlich hat keiner mit dem anderen geredet. Solche Situationen wird es bei uns niemals geben. Alles läuft über meinen Tisch, ich bin über alles informiert und die Kunden sprechen auch immer mit mir. 

Nahe Zukunft: Was erwartet uns in den nächsten Monaten von euch?

Neben dem Launch von mein-buchprojekt.de im Juli könnt ihr euch auf die nächste Krimiwoche im September freuen, dem nächsten Blogger Future Place, einer fetten Lesenacht mit Dinner für Romance-Fans und einer noch fetteren Launch-Veranstaltung für mein-buchprojekt.de auf der FBM17. Dazwischen gibt es wieder einige Neuveröffentlichungen, für die wir natürlich hammer Aktionen planen.


Liebe Tanja, ich danke dir für dieses Interview. Wünsche euch weiterhin viel Erfolg und tolle Aktionen mit uns Bloggern. Ich persönlich freue mich immer, wenn ich Mails von dir bzw. euch bekomme ❤!





Über Tanja:

Tanja Rörsch ist Expertin für Social Media und Buchmarketing und hilft  Verlagen und Autoren aus der Region DACH dabei, sich am Markt zu positionieren, eine starke Community im Social Web aufzubauen und mit gezielten PR-Maßnahmen auf die Bücher oder anderen Produkte ihrer Kunden aufmerksam zu machen. Neben Verlagen betreut sie zahlreiche Indie Autoren und Verlagsautoren und sorgt für ein rundum gelungenes Marketing für ihr Buch.
Frau Rörsch ist Kommunikationsexpertin mit rund 10 Jahren Erfahrung im Bereich Unternehmenskommunikation großer Familienkonzerne, erfolgreiche Beraterin, leidenschaftliche Bloggerin und Vollblut-Netzwerkerin.
Sie ist bekannt für ihre intensive persönliche Betreuung und das Herzblut, die sie zu einem hoch geschätzten Partner für ihre Kunden macht. Was Kunden über mainwunder sagen, können Sie hier nachlesen. Durch ihre ungewöhnlich kreativen Ideen und ihre dynamische, ganzheitlich ausgerichtete Arbeitsweise hat sie sich in der Autoren-Welt in kürzester Zeit einen Namen gemacht. In der PR-Branche wird sie als Expertin und Speakerin in Sachen Kommunikation geschätzt.
Eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Presse- und Marketing-Abteilungen im Verlagshaus als auch mit den Autoren ist der Gründerin ebenso wichtig wie die Kommunikation mit Lesern und Medien auf Augenhöhe. Mit mainwunder erhält das Marketing für Ihr Buch den richtigen Feinschliff. (Quelle: mainwunder.de)


Heute enden dann auch die Wundertage, es war toll mit euch allen, ich war gerne dabei. Ich hoffe, es war für meine Leserinnen und Leser genauso interessant wie für mich, mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.