Dienstag, 25. Juli 2017

Harriet Cummings - Eine von Uns

Rückentext: Sommer 1984, ein Dorf in der englischen Provinz, in dem jeder jeden verdächtigt: Ist der geheimnisvolle Fox, der in ihre Häuser einbricht, aber nichts stiehlt, der sie beobachtet und verunsichert, einer von ihnen? Als schließlich eine junge Frau spurlos verschwindet, ist nichts mehr, wie es war.

Zusammenfassung: Im Sommer 1984 geschehen seltsame Dinge in dem kleinen, scheinbar idyllischen Dörfchen. Deloris verliert sich lieber in der schönen Scheinwelt von Dallas - während ihr Mann Harvey eine vorzeigbare, perfekte Hausfrau haben will. Sie ist auch die Einzige, die in den Ort gezogen ist, nachdem sie ihren Mann geheiratet hatte, alle anderen verbringen ihr Leben dort, oder haben es verbracht.

Doch zwischen Deloris und ihrem Mann kriselt es gewaltig, sie will eigentlich ausbrechen aus dem Ehealltag, und während Harvey sich ein Kind zur Ehefrau wünscht, tut sie alles um dagegen zu steuern. Denn eigentlich ist sie ein Freigeist, und fühlt sich mehr und mehr in die Enge getrieben. Dann freundet sie sich mit der einsiedlerischen Anna an. Ihre Mutter ist vor nicht allzu langer Zeit gestorben, und nun lebt sie alleine im Haus. Denn ihr Vater hat sie und ihre Mutter schon vor langer Zeit verlassen, nämlich nachdem ihre kleine Schwester starb...

Dann gibt es noch den Pfarrer Jim. Er ist noch nicht so lange im Dorf, aber kennt jeden und so manches Geheimnis. In Anna sieht er einen Engel auf Erden. Sie ist nett, lieb, hilfsbereit und stand immer im Schatten ihrer dominanten Mutter. Und Anna kennt auch sein dunkles Geheimnis, doch eines Tages droht alles ans Licht zu kommen...

Zur selben Zeit schleicht der sogenannte Fox, durch die Gemeinde. Er stiehlt nichts, bricht nicht ein. Er stellt nur Gegenstände um, nimmt welche mit - und entkommt immer unerkannt. Wie ein realer Geist, der die Bewohner in Angst und Schrecken versetzt, denn der Fox kommt auch wenn sich gerade jemand im Haus befindet...

Als Anna eines Nachts spurlos verschwindet, ist das Dorf in Aufruhr und eine große Suche wird eingeleitet, es werden neue Polizisten herbeigerufen. Und nun hat die örtliche Polizei nicht nur mit dem Fox zu kämpfen, sondern muss auch schnellstens Anna finden. Denn alle sind sich in einem sicher: der Fox hat Anna entführt...

Meine Meinung: Eine von uns ist ein sehr gelungenes Debüt. Der Stil ist flüssig und mitreißend geschrieben, ohne reißerisch zu werden. Die teils schrulligen Charaktere sind liebenswert und sehr britisch. Ich fühlte mich beim Lesen, als wäre ich im Jahr 1984 und eben in dem kleinen Örtchen.

Die Geschichte nimmt auch recht schnell Fahrt auf, und neben der Anna-Linie und der Fox-Linie erfährt man auch nach und nach mehr über diverse Bewohner. Zunächst dachte ich, Deloris wäre die Protagonistin - aber es gibt mehrere! Man erfährt etwas über ihre Schicksale und Vergangenheit. Und schnell wird klar: die verschwundene Anna wusste am Meisten über sämtliche Bewohner.

Der Roman liest sich fast wie von selbst, und ist streckenweise auch richtig spannend. Womit ich allerdings nicht gerechnet hätte, dass der Roman auch einfach nur tief traurig ist. Die Einsamkeit verschiedener Personen sticht so heraus, als hätte man einen Dorn im Finger...

Das Cover ist in dunkelblau gehalten, mit den Fußspuren des Fox, den Silberbirken (die im Buch oft erwähnt werden), der Schriftzug ist orange auf schwarzem Grund. Gerade durch das Dezente für mich ein Eye-catcher.

Fazit: 5 von 5 Pfötchen.



Ich danke für das Rezensionsexemplar!


Donnerstag, 20. Juli 2017

Zoe Beck - Die Lieferantin

Rückentext: Elliot Johnson leitet das heißeste Start-up Londons. Und das illegalste: Über ihre App bestellt man Drogen in höchster Qualität. Ausgeliefert wird der Stoff per Drohne. Anonym, sicher, perfekt organisiert. Die Londoner Unterwelt will Elliot deshalb tot sehen und setzt ein Kopfgeld auf sie aus. Zeit zurückzuschlagen...

Zusammenfassung: London im Jahr 2019 ~ Ellie beliefert ihre Kunden per Drohnen mit Drogen. Anonym, schnell und diskret. So denken die Besteller jedenfalls. Was sie nicht wissen ist, dass die Drohnen mit Kameras ausgestattet sind. So wird jeder Kunde, der zum Himmel hochschaut und nach seiner Lieferung Ausschau hält auf Film festgehalten.

Sie hat einen guten Freund seit Jugendtagen, nämlich Leigh. Er besitzt ein Restaurant, dass seinem Vater schon vorher gehörte und führt dieses weiter. Nach der Ein- oder anderen Veränderung läuft es gut für Leigh, auch wenn es unruhige Zeiten sind. Eines Abends taucht jedoch ein Schutzgeldeintreiber auf und verlangt eine hohe Summe von ihm. Diese Summe hebt der Eintreiber nach eigenem Ermessen immer wieder an, bis Leigh nur noch einen Ausweg sieht - er tötet den Mann, der Gonzo genannt werden will. Dann betoniert er ihn ins Fundament des Restaurants ein, um Spuren zu vernichten, und wiegt sich selber in trügerischer Sicherheit...

Der Mord an Gonzo bleibt dessen Auftraggeber nicht lange verborgen - und sie nehmen sich einen Kontaktmann vor, er wird im Londoner Hafenviertel schwer verprügelt und misshandelt. Da er jedoch standhaft versichert, keinen Gonzo gekannt zu haben, haben sie keine Verwendung mehr für ihn. Kurz bevor er stirbt, gibt er ein Wort von sich: "Polizei". Dann stürzt er sich ins Hafenbecken...

Aufgerüttelt durch die Geschehnisse, und die Kenntnis dass sich auf dem Drogenmarkt ein Mitbewerber stark etabliert hat, macht sich der jüngste Sohn des Gangsterbosses mit zwei "Kollegen" auf die Suche im Darknet. Hier werden sie schnell fündig und stoßen auf Ellies Onlineshop. Um diesen zu testen, bestellen sie Ware und die kommt per Drohne...

Meine Meinung: Die Lieferantin ist kein Thriller. Punkt. Der Rücken- und Klappentext hörten sich sehr vielversprechend an. Leider wurde ich schwer enttäuscht. Der Roman hat keinen einzigen Spannungspunkt! Er siecht vor sich hin, die Charaktere bleiben seltsam blutleer und seelenlos. Die Story spielt 2019 und noch immer hat England mit dem Brexit zu kämpfen. Die Autorin kreiert ein eigenes Wort: Druxit (Drugs + Exit), es dauerte eine Weile, bis mir klar wurde, was sie überhaupt damit meinte. Die Zukunft, die Zoe Beck in ihrem Roman für London zeichnet ist meiner Meinung nach auch sehr übertrieben. Drogen an allen Ecken, jeder nimmt sie. Die Bosse beherrschen den Markt und die Stadt, die Bevölkerung dröhnt sich zu, um zu vergessen. In meinen Augen ist es komplette Schwarzmalerei und fernab aller Realität. Auch die pseudopolitischen Ansichten ergeben zusammen ein dunkles, hoffnungsloses Bild. Gewalt überall, Fremdenfeindlichkeit noch dazu und überall hoffnungslose Junkies, denen keine Zukunft und keine Hoffnung blüht.

Ich hatte mir einen spannenden und verstrickten Thriller erhofft und habe einen Roman bekommen, der seelen- und leidenschaftslose Charaktere enthält, die in einer langatmigen und öden Story voran treiben. Wäre das Buch als Roman ausgeschrieben worden, wäre dies passender.

Das Cover finde ich sehr schön, es zeigt einen U-Bahn Eingang einmal in blau und dann spiegelverkehrt in rot

Fazit: 2 von 5 Pfötchen diesmal.




Ich danke für das Leseexemplar!


Freitag, 14. Juli 2017

Jaroslav Kalfar - Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt ~ Ground Control to Major Tom ~

Rückentext: Jakub Procházka erster Raumfahrer der tschechischen Geschichte, träumt davon, seinem Land Ruhm und Ehre zu bringen Doch nach dreizehn einsamen Wochen im All beginnen Jakubs Sinne verrückt zu spielen. Als dann auch noch seine Frau mit ihm Schluss macht, nimmt die Mission einen ungeahnten Lauf.

Zusammenfassung: Jakub wuchs bei seinen Großeltern auf, nachdem seine Eltern bei einem Seilbahn Unglück ums Leben kamen. Sein Vater war Spitzel der Regierung, und dementsprechend war die Familie nicht gut angesehen. Einige Zeit, nachdem der Junge seine Eltern verlor, taucht ein Fremder mit einem Eisenschuh bei der kleinen Familie auf. Er wurde einst von Jakubs Vater gefoltert, weil er gegen die Regierung war, und ein dementsprechendes Gedicht verfasst hatte.

Der unerwünschte Besucher hinterlässt bleibende Spuren bei Jakub - er hasst ihn abgrundtief. Durch Intrigen und Erpressung versucht der Fremde Jakub und seine Großeltern aus dem Dörfchen und ihrem Haus zu vertreiben, und um sie loszuwerden, schreckt er scheinbar vor nichts zurück...

Jahre später: Jakub ist als erster tschechischer Astronaut auf dem Weg ins All um einen unbekannten Nebel zu erforschen, und eine Probe zu entnehmen. Die Vorschriften nimmt er nicht so genau und genehmigt sich hier und da Nutella, oder lässt die Trainingseinheiten sausen. Sein einziger Halt, praktisch sein Anker ist seine Frau Lenka. Die beiden unterhalten sich einmal pro Woche per Livechat, und für diese Treffen wirft Jakub sich richtig in Schale. Doch dann kommt der Tag, an dem Lenka nicht auftaucht. Sie hat dass Gebäude der Raumfahrtbehörde fluchtartig verlassen, kommt nicht zurück und keiner weiß wo sie ist. Für Jakub bricht eine Welt zusammen und sein Anker zu Erde ab. Als dann ein auserirdisches Wesen Kontakt zu ihm aufnimmt, zweifelt er vollends an seinem Verstand, und denkt er leidet am Weltraumkoller. Denn seitdem dieses Wesen aufgetaucht ist, häufen sich Erinnerungen an seine Kindheit, Jugend, an Lenka und daran, wie er sein zu Hause verlor...

Meine Meinung: Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt ist vieles - SciFi, ein bisschen Romantik, Vergangenheitsbewältigung und vorallem sehr philosophisch. 

Man erfährt sehr viel von Jakub und wie sein Leben aus den Fugen geriet, durch die Taten seines Vaters. Auch wie er - trotz seines dunklen Erbes wie er meint - seinen Weg im Leben meistert und findet.

Die o. g. Elemente sind sehr gut verarbeitet, ich habe mich an keiner Stelle gelangweilt oder quer gelesen. Jeder Satz ist oder kann wichtig sein.

Jaroslav Kalfar hat mit seinem Debütroman etwas geschaffen, was nicht vielen gelingt. Philosophische Eindrücke, die Frage warum sind wir, wer wir sind und können wir nicht doch jemand anders sein? Und all das, ohne zu sehr in den Kitsch oder in die Absurdität abzurutschen. Die lustigen Passagen sind gut gesetzt, und wer sich immer schon gefragt hat, ob da draußen mehr ist, ist mit dem Roman sehr gut bedient.

Das Cover ist passend in blau gehalten, man sieht einen Astronauten und hat den Eindruck durch ein Fenster des Raumschiffs ins All zu schauen. Auf der Rückseite findet sich ein roter Kussmund.

Fazit: 5 von 5 Pfötchen und eine klare Empfehlung!




Ich danke für das Vorabexemplar!

Sonntag, 9. Juli 2017

Maria W. Peter - Die Küste der Freiheit

Rückentext: "Was hatte sie schon zu verlieren?" Wenn es irgendwo auf dieser Welt einen Platz gab, wo sie in Freiheit leben, ihrem Glauben und ihrem Gewissen folgen konnte, so würde sie ihn finden. Selbst wenn sie dafür an einen Ort reisen musste, der Pennsylvania hieß und am anderen Ende von Gottes weiter Erde lag."

Hessen 1776: Als ihr geliebter Lorenz mit seinem Casseler Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt wird, ist Anna zutiefst verzweifelt. So verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft. Bald schon findet sie sich mit zahlreichen Auswanderern auf einem Schiff in die Neue Welt wieder. Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist weit...

Zusammefassung: Anna Hochstetter lebt in einer amischen Gemeinde. Ihre Mutter und all ihre Geschwister starben vor ein einiger Zeit und jetzt gibt es nur noch Anna und ihren kranken, alten Vater. Ihre Mutter hatte sie in der Kunst der Heilpflanzen unterrichtet und so hilft Anna den Kranken.

Eines Tages hilft sie einer Schwangeren bei der schwierigen Geburt - was von der Gemeinde nicht gerne gesehen wird. Und trifft bei der Rückkehr auf einen Desserteur im Wald. Die junge Frau hilft dem Mann sich zu verstecken, doch dieser versucht sie zu vergewaltigen...

Nur durch einen Zufall treffen einige Sucher seines Heers kurz danach ein und ein junger, adliger Offizier namens Lorenz von Tannau rettet sie in letzter Minute. Mit dem Flüchtigen machen sie sich auf den Rückweg und Anna bleibt verunsichert bei der Gemeinde. Doch sie kann Lorenz nicht vergessen, und als Gideon Beiler ihr Avancen macht, fühlt sie sich in die Ecke gedrängt. Denn er ist in seiner Überzeugung tief verwurzelt und will sie zu seiner Frau machen. Jedoch müsste Anna dafür ihre Freiheit aufgeben und sich den Vorstellungen der Gemeinde, und Gideons, vollends unterwerfen...

Der Flüchtige Kurt Paul wird währenddessen gebrandmarkt und aus der Armee ausgeschlossen. Mittellos schlägt er sich durch, denn dass einzige was ihm geblieben ist, ist der Hass auf den Offizier der ihn - seiner Meinung nach - so sehr gedemütigt hat. Nämlich Lorenz von Tannau...

Nach einigen Monaten ist Lorenz auf dem Rückweg von weihnachtlichen Feierlichkeiten bei seiner Familie. Er ahnt nicht, dass er von Kurt verfolgt wurde. Und so erwischt ihn dieser, als er gerade eine Rast einlegt. Völlig unvorbereitet greift er Lorenz an und verletzt ihn lebensgefährlich. Zufällig kommt kurze Zeit später Anna vorbei, die Lebensmittel zu den Bedürftigen des Nachbardorfes bringen möchte. Sie findet ihn, und bringt ihn zu sich nach Hause. Hier pflegt sie ihn gesund, und als er gerade wieder auf den Beinen ist, stirbt Annas Vater. Völlig unvorbereitet trifft sie dieser neue Schicksalsschlag und wird von Lorenz getröstet. Genau in dem Moment, als Anna sich ausweint, betritt Gideon die Hütte und zieht die falschen Schlüsse...

Lorenz verlässt kurz darauf die Gemeinde und Anna muss sich als Büßerin vor den Ältesten des Dorfes einfinden. Da sich jedoch nicht beichten will, dass sie mit Lorenz unzüchtig geworden ist (was auch nicht der Fall war), wird sie von der Gemeinde ausgestoßen. Verzweifelt und ohne jeglichen Resthalt, packt sie ihre Sachen und geht in die Stadt, um Arbeit zu suchen und das Angebot der Hilfe seitens Lorenz annehmen möchte. Jedoch findet sie keine Stelle, da sie als Wiedertäuferin sofort von den Bewohnern gemieden wird. Und auch Lorenz ist nicht mehr da, er wurde mit seinem Regiment nach Amerika versetzt, um dem Bürgerkrieg beizuwohnen...

Dann wird sie auf Anwerber aufmerksam, die eine Reise nach Amerika versprechen. Ins gelobte, freie Land. Nach kurzem Zögern unterschreibt sie die Papiere und begibt sich kurz danach auf ein Schiff nach Amerika. Gezwungener Maßen steigt sie jedoch in Irland aus, um einer Frau bei der schweren Geburt ihrer Zwillinge zu helfen. Als sie zum Hafen zurückkommt, hat ihr Schiff abgelegt. Mit all ihren Habseligkeiten...

Sie wird von Father Séan aufgegriffen, der seine "Schäfchen" nach Amerika bringen will, in der Hoffnung, dass es dort sicherer und besser ist als in Irland. Er bringt sie mit einem Seelenverkäufer zusammen, und Anna unterzeichnet einen Vertrag als Schuldmagd für sieben Jahre...

Meine Meinung: Die Küste der Freiheit ist eine prima Auswanderersaga. Anna tritt als toughe und willensstarke Person auf, die zwar in ihrem Glauben verwurzelt ist, aber trotzdem sich selber nicht aufgeben will. Auch dass sie sich gegen Gideon zur Wehr setzt, und ihn nicht heiraten will, fand ich gut, genau wie den Fakt, dass sie nichts beichten und büßen will, für etwas was sie nicht getan hat.

Trotzdem konnte ich ab und an nur den Kopf schütteln, über ihre Handlungen und Entscheidungen. Sie waren und sind  mir immer noch schleierhaft. Das fand ich schade, da ich gerne nachvollziehe warum eine Protagonistin oder ein Protagonist eben so handelt, wie sie/ er es getan hat.

Lorenz von Tannau ist ein Offizier dem Ehre über alles geht. Er ist stets korrekt und hat die einzige familiäre Bande, zu seinem Onkel und seiner Tante. Seine Welt wird jedoch auf dem Kopf gestellt, als er Anna begegnet und sie vor Kurt Paul rettet. Von nun an, geht ihm die junge Frau nicht mehr aus dem Kopf. Und ihre Wege werden sich noch öfter kreuzen. Auch hier hatte ich teilweise Probleme, seine Entscheidungen nachzuvollziehen. Man denkt stellenweise, dass es endlich voran geht, doch dann entscheidet er sich ganz anders, und die ganze Sache nimmt wieder eine andere Wendung.

Kurt Paul ist der Feind, das wird ziemlich schnell klar. Und auch wenn man sich immer wieder wünscht, dass es endlich mit ihm zu Ende geht, zeigt er eine Widerstandsfähigkeit, die es (leider) auch im echten Leben gibt, was schlechte Menschen angeht.

Ich war schnell in der Handlung und der Stil ist flüssig. Auch die Erklärungen der Umgebung usw. sind klasse. Ich konnte mir alles vorstellen, und hatte richtiges Kopfkino.

Das Cover ist einfach nur wunderschön. In zarten Pastelltönen mit einem weißen Kranich und Schiffen, ein passendes Cover für einen Roman übers Auswandern nach Amerika.

Fazit: 4 von 5 Pfötchen, aufgrund einiger Längen und stellenweise voraussehbaren Wendungen.


Ich danke der Autorin für das liebevolle Päckchen, dass mir im Rahmen der Leserunde zugestellt wurde. 

Sonntag, 2. Juli 2017

Wundertage der mainwunder Agentur



Guten Morgen ihr Lieben,

ich habe die außergewöhnliche Ehre, an den Wundertagen der Agentur mainwunder teilzunehmen!

Andere Blogs haben ihre wundervollen Beiträge & Interviews schon gepostet - heute bin ich dran.

Hier kommt ihr zu den Wundertagen der anderen Teilnehmer:

Unsere kleine Bücherwelt ~ Team-Interview mit Tanja & Rebecca 
Madame Buchfein ~ mainwunder Rekorde
Blog-a-holic ~ Das mainwunder-Team stellt sich vor
Krimi und Keks ~ Ein Wundertag bei Tanja
NichtohneBuch ~ Blogger-Erfahrungen mit mainwunder
Bonnie's Buchemotion ~ Ein Wundertag mit Rebecca
Lesenswertes aus dem Bücherhaus ~ Autoren erzählen


Eventuell habt ihr ja schon von mainwunder und den Blogtouren und anderen Aktion gehört. Oder ihr wurdet kontaktiert und kennt mainwunder schon daher ;). 

Ich durfte die Geschäftsführerin Tanja Rörsch zum Thema "Ab in die Zukunft" interviewen. 

Alle Infos zur Agentur findet ihr hier. Viel Spaß beim Lesen wünsche ich euch.

Mein allerherzlichster Dank gilt der Agentur mainwunder, dass ich teil dieser besonderen Aktion sein darf!

Ich habe durch die mainwunder Ladies schon einige tolle Bücher lesen dürfen. Auch die allererste Blogparade zur Schildkrötenparade im Jahr 2016 kam seitens der mainwunder Agentur. Der Kontakt ist immer sehr herzlich und wir Blogger werden immer in die Orga-Gruppen mit einbezogen.

Aber nun zum eigentlichen Interview:


Liebe Tanja, erstmal herzlich Willkommen auf Catgirl loves Books! Vielen Dank, dass ich an der Aktion „Wundertage“ der mainwunder Agentur teilnehmen darf.

Das Thema dieses Interviews lautet „Ab in die Zukunft“ – Wenn Du an die Zukunft denkst, wo siehst Du Dich und die Agentur?

Tanja: Das ist schwer zu sagen, denn ich halte nichts von Zukunftsmalerei. Gerade der Buchmarkt verändert sich so rasant, dass es schwer ist, nur ein Jahr im Voraus zu denken. Aber ich habe Ziele, an deren Erreichen ich bereits arbeite.
- mainwunder ist die bekannteste Buchmarketing-Agentur Deutschlands
- Ich möchte den Virenschleuderpreis für eine meiner tollen Aktionen gewinnen
- Ich werde regelmäßig als Speakerin für den Bereich Buchmarketing bei Messen & Veranstaltungen gebucht
- Meine neue Plattform mein-buchprojekt.de soll die zentrale Plattform für Autoren und Dienstleister sein.

- mainwunder vertritt noch mehr internationale Top-Autoren für den deutschen Markt

Du hast es gerade angesprochen, neben mainwunder hast Du noch ein zweites Unternehmen gegründet. Was hat es damit auf sich, worum geht es?

Tanja: Gemeinsam mit zwei anderen Geschäftspartnern habe ich mein-buchprojekt.de entwickelt, eine außergewöhnliche Plattform für Selfpublisher und Dienstleister, die im Juli 2017 online geht. Sie ist Community, Vermittlungsplattform und Projektmanagementsystem und ermöglicht das managen der eigenen Buchprojekte vom fertigen Manuskript bis zur Buchvermarktung. Ob man neue Dienstleister für sich entdeckt oder mit dem bisherigen Team zusammenarbeitet, mit dieser Plattform wird die Zusammenarbeit um ein Vielfaches leichter. Wir machen darüber hinaus den Markt transparenter, zeigen, wer an welchen Büchern beteiligt war (z.B. wer das Cover eines Bestsellers gemacht oder es lektoriert hat) und geben Dienstleistern die Möglichkeit, freie Slots auszuschreiben oder sich auf Aufrufe von Autoren zu melden und Angebote zu senden. Natürlich kann man anderen Autoren und Dienstleistern auch folgen und sich mit ihnen austauschen. 


Das klingt wie ein Facebook für Autoren und Dienstleister, wie seid ihr auf die Idee gekommen und welche Rolle hast du dabei?



Tanja: Die Idee stammt von meinem Geschäftspartner, die wir dann gemeinsam ausgearbeitet haben. Seit vielen Monaten arbeitet jetzt ein großes Entwicklerteam aus 7 Personen daran, alle Features wie den intelligenten Chat, eigene Rankings und das Managementsystem zu entwickeln. Mir waren von Anfang an zwei Dinge wichtig: Möglichkeiten zum Austausch, Dialog und Abstimmung sowie Transparenz. Die Zeiten, in denen wir lange brauchen, um Informationen zu bekommen, sind vorbei. Außerdem können sich erstmals auch Buchblogger als Dienstleister registrieren und mit ihrem Blog Geld verdienen (z.B. über Bannerwerbung, Sponsored Posts, Buchtipps u.a.). 

Unsere Aufgaben sind verteilt: Mein Geschäftspartner ist für das Technische, die Entwicklung zuständig. Ich für Marketing, Design und Vertrieb. Die dritte Geschäftspartnerin unterstützt uns bei Technik und Usability und ist für die Community-Betreuung zuständig sein.

Als Du damals mit mainwunder gestartet bist, hast Du da geahnt, dass Du da bist wo Du heute stehst?

Tanja: Nein, gar nicht. Die Entwicklung von mainwunder ging so rasant nach vorne und die Bekanntheit hat sich derart gesteigert, dass ich mich manchmal frage, wie das überhaupt möglich ist. Ich habe ja noch nie Autoren oder Verlage angesprochen, ob sie meine Dienste benötigen, sie kommen alle von selbst. Mir ist Anbiedern aber generell zuwider, ich möchte mit Leistung überzeugen und das jemand sagt: „Das was die Tanja macht, ist geil. Will ich auch.“ 

Deine Aktionen werden auch immer größer, wie schaffst du das? Hat Dein Tag mehr als 24 Stunden?

Tanja: Das werde ich häufig gefragt und ja, es wird immer mehr. Aber ich weiß inzwischen auch, Dinge zu delegieren, abzugeben und mir gute Leute dazu zu holen. Hier habe ich mir ein großes – das Beste – Netzwerk aufgebaut. 

Habt ihr von mainwunder Pauschalangebote für Interessierte, z. B. eine Art „All Inclusive“ Paket, oder variiert ihr die Angebote je nach Kunde individuell?

Tanja: Beides, aber zu 90% ist es dann doch individuell. Das liegt daran, dass jedes Buch und jeder Autor individuell ist und an einem anderen Punkt steht. Deshalb helfen Online-Kurse nur bedingt, denn sie gehen über einen gewissen Punkt nicht hinaus und können lediglich Basiswissen vermitteln. Wenn es aber darum geht, ein Buch groß zu machen, bedarf es einer individuellen Strategie bzw. Aktionen, die so viel Wind machen, dass jeder von dem Buch erfährt. Und das geht niemals pauschal. 

Du bietest neben Strategieberatungen jetzt ganz neu auch Krisenberatungen an. Warum? Wo haben denn Autoren eine Krise?

Tanja: Gute Frage! Damit sind nicht Schreibkrisen gemeint. Krisenkommunikation ist in der PR ein gängiger Begriff und betrifft alle Situationen, die dem Image oder dem Unternehmen als solches schaden können. Ich habe in meinem Leben schon viele Krisensituationen gehabt – von Greenpeace- oder Foodwatch-Aktionen, von Produkt-Rückrufen bis Hetzkampagnen in den Medien. Es war die perfekte Schule für meinen heutigen Job. Denn: Ja, auch Autoren können in Krisensituationen geraten und die passieren häufiger als man denkt. Das geht vom Plagiatsvorwurf bis zur Hetzkampagne im Social Web bis zur Auseinandersetzung mit einem Blogger. Durch die rasante Verbreitung von Informationen – und eben auch zum Beispiel Gerüchten oder falschen Aussagen – kann so ein Autor schnell in Verruf geraten. Die Folge sind Imageverlust und ein Rückgang der Buchverkäufe. 
Es ist wichtig, dass Autoren in solchen Fällen professionelle Unterstützung bekommen, mit der es möglich ist, wieder aus der Situation (möglichst unbeschadet) herauszukommen. 

Eure Aktionen in Kooperation Autor & Blogger, sind ja immer sehr herzlich. Die Kommunikation untereinander ist unkompliziert und nah, glaubst du, dass es genau dieses Herzblut ist, was euch von den „großen“ Verlagen & Agenturen abhebt?

Tanja: Es ist ein Teil dessen, was uns ausmacht. Ich erinnere mich noch an einen Bericht einer Kollegin einer großen Netzwerk-Agentur, die mir erzählte, dass ein Blogger sein Geschenk für eine Aktion nicht bekam und es mehrere Wochen dauerte, bis es endlich geklärt war, wer da geschludert hat. Es ging über mehrere Standorte, mehrere Mitarbeiter und letztlich hat keiner mit dem anderen geredet. Solche Situationen wird es bei uns niemals geben. Alles läuft über meinen Tisch, ich bin über alles informiert und die Kunden sprechen auch immer mit mir. 

Nahe Zukunft: Was erwartet uns in den nächsten Monaten von euch?

Neben dem Launch von mein-buchprojekt.de im Juli könnt ihr euch auf die nächste Krimiwoche im September freuen, dem nächsten Blogger Future Place, einer fetten Lesenacht mit Dinner für Romance-Fans und einer noch fetteren Launch-Veranstaltung für mein-buchprojekt.de auf der FBM17. Dazwischen gibt es wieder einige Neuveröffentlichungen, für die wir natürlich hammer Aktionen planen.


Liebe Tanja, ich danke dir für dieses Interview. Wünsche euch weiterhin viel Erfolg und tolle Aktionen mit uns Bloggern. Ich persönlich freue mich immer, wenn ich Mails von dir bzw. euch bekomme ❤!





Über Tanja:

Tanja Rörsch ist Expertin für Social Media und Buchmarketing und hilft  Verlagen und Autoren aus der Region DACH dabei, sich am Markt zu positionieren, eine starke Community im Social Web aufzubauen und mit gezielten PR-Maßnahmen auf die Bücher oder anderen Produkte ihrer Kunden aufmerksam zu machen. Neben Verlagen betreut sie zahlreiche Indie Autoren und Verlagsautoren und sorgt für ein rundum gelungenes Marketing für ihr Buch.
Frau Rörsch ist Kommunikationsexpertin mit rund 10 Jahren Erfahrung im Bereich Unternehmenskommunikation großer Familienkonzerne, erfolgreiche Beraterin, leidenschaftliche Bloggerin und Vollblut-Netzwerkerin.
Sie ist bekannt für ihre intensive persönliche Betreuung und das Herzblut, die sie zu einem hoch geschätzten Partner für ihre Kunden macht. Was Kunden über mainwunder sagen, können Sie hier nachlesen. Durch ihre ungewöhnlich kreativen Ideen und ihre dynamische, ganzheitlich ausgerichtete Arbeitsweise hat sie sich in der Autoren-Welt in kürzester Zeit einen Namen gemacht. In der PR-Branche wird sie als Expertin und Speakerin in Sachen Kommunikation geschätzt.
Eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Presse- und Marketing-Abteilungen im Verlagshaus als auch mit den Autoren ist der Gründerin ebenso wichtig wie die Kommunikation mit Lesern und Medien auf Augenhöhe. Mit mainwunder erhält das Marketing für Ihr Buch den richtigen Feinschliff. (Quelle: mainwunder.de)


Heute enden dann auch die Wundertage, es war toll mit euch allen, ich war gerne dabei. Ich hoffe, es war für meine Leserinnen und Leser genauso interessant wie für mich, mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.  







Mittwoch, 28. Juni 2017

Jennifer Niven - Stell dir vor, dass ich dich liebe

Rückentext: Der eine Mensch, der dein Leben verändert.

Jack ist der Coolste, der Schönste, von allen geliebt und begehrt. Doch Jack hat ein Geheimnis: Er kann sich nicht an Gesichter erinnern - nicht mal an das seiner aktuellen Freundin. Dass seine Coolness nur Selbstschutz ist, durchschaut niemand. Bis Libby in sein Leben tritt. Von allen Menschen ausgerechnet Libby. Ein No-go. Sozialer Selbstmord. Und der einzige Mensch auf der ganzen verdammten Welt, der die Wahrheit schöner findet als all die perfekten Lügen...

Zusammenfassung: Jack ist ein Star an seiner Highschool. Gut aussehend, charmant und lustig. Er schreckt auch nicht davor zurück, sich selber auf die Schippe zu nehmen und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Auch seine On-off Freundin sieht über so manchen Fehler hinweg. Doch Jack hat ein Geheimnis, eine neurologische Störung genannt: Prosopagnosie. Die Gesichtsblindheit ist auch der Grund, warum er schonmal eine Andere küsst, oder seine Freunde nicht mit Namen anspricht. Er erkennt die Stimme und einzelne Merkmale, aber er weiß nicht ob es sich wirklich um die Person handelt, die er meint...


Libby war einst der fetteste Teenager (stand so im Roman) Amerikas und konnte ihr Haus nicht mehr verlassen. Sie mussten eine Mauer einreißen und sie mit einem Kran aus ihrem Zimmer und dem Haus befreien. Jetzt hat sie abgenommen, ist zwar noch stark übergewichtig, aber sie ist wieder beweglich. Und ihrem Vater zuliebe geht sie nun zur Highschool. An ihrem ersten Tag ist sie extrem nervös, hofft aber dass die anderen Schüler sie nicht erkennen. Doch das ist eine schlimme Fehleinschätzung...

Jack ist eigentlich ein herzensguter Kerl, der eben nur durch seine Coolness versucht, seine Krankheit zu vertuschen. Und eigentlich hat er kein Interesse an dummen Schülerstreichen. Doch als zum "Schwabbelrodeo" aufgerufen wird, (Anm.: sich an einem schwergewichtigen Menschen festzuklammern, bis dieser einen praktisch abwirft), ergibt er sich seinem Freundeszwang und macht mit. Und sein ausgesuchter Opfer ist ausgerechnet Libby...

Dabei verbindet die beiden viel mehr, als sie denken. Und gerade Jack weiß das von vorneherein. Libby dagegen sieht sich nicht in der Opferrolle und schlägt ihn mit der Faust zu Boden. Fazit für die beiden: Gesprächsrunde mit dem Vertrauenslehrer. Später zu Hause findet dass junge Mädchen dann einen Brief von Jack in ihrer Tasche. Er entschuldigt sich für dass, was er getan hat und schildert offen und ehrlich, was mit ihm los ist. Libby beginnt ihm zu helfen und langsam baut sich zwischen den beiden eine zarte Freundschaft auf. Doch die ist nicht gern gesehen, und Highschooljahre können gefährlich sein...

In der Gesprächsrunde ist es dann auch Libby, die als Erste spricht und erzählt den Anderen, dass ihre Mutter starb als sie noch ein Kind war. Praktisch von jetzt auf gleich war sie nicht mehr da. Und Libby begann Angst zu haben. Vor allem vor dem Leben. Zudem begann sie zu essen... und befand sich dann schneller als ihr lieb war im Teufelskreis wieder....

Doch auch in Jacks Familie ist es nicht einfach. Sein kleiner Bruder Dusty ist ein Exot und trägt eine Handtasche. Außerdem liebt er die Jackson 5. Und Jacks Vater hat eine Affäre mit seiner Chemielehrerin. Und nur durch Zufall hat der Teenager das herausbekommen...

Meine Meinung: Stell dir vor, dass ich dich liebe ist ein emotionaler Roman, der zwar auch ein paar Klischees bedient, aber vorallem eine Message vermittelt: Du bist erwünscht.

Libby ist für mich die tragende Protagonistin. Sie ist tough und stark und will kein Opfer mehr sein. Sie verfolgt ihren Weg allem Mobbing zum Trotz. Sie liebt dass Tanzen und hat richtig Power. Zur Stärkung schreibt sie sich immer ein Lieblingszitat auf ihre Schuhe. Hier habe ich mich - je nach Länge - gefragt wie sie es schafft, es leserlich auf die Schuhe zu bringen. Ich ziehe aufrichtig meinen Hut vor Libby, sie gibt einfach niemals auf. Sie kämpft sich durch, trotz ihrer Gewichtsprobleme. Ich glaube für uns alle wäre unser Leben etwas leichter, wenn wir ein bisschen mehr von Libby hätten.

Jack fand ich sympathisch. Er lässt sich zu der dummen Aktion von seinen Freunden überreden - und da der Roman mit eben diesem Brief an sein potenzielles Opfer beginnt - hat man direkt einen recht guten Einblick in sein Seelenleben. Auch die Sache mit seiner Krankheit fand ich, sagen wir, interessant. Es ist schon immer ein Spagat notwendig und ein gutes Gerüst aus Lügen und Fassade, damit niemand merkt, was in ihm vorgeht.

Was mir allerdings etwas schleierhaft war, war die Tatsache dass es nicht mal seinen Eltern aufgefallen ist. Immerhin verwechselt er fast immer die Namen der Menschen um ihn herum, oder spricht sie stellenweise gar nicht an. Oder er reagiert nicht, wenn er angesprochen wird, weil er nicht weiß wer ihn gerade anspricht.

Die zarten Bande zwischen Libby und Jack haben mich emotional auch mitgenommen. Ein Schuss Romantik, fast wie ein Windhauch begleitet den Leser immer als leise Hintergrundmusik.

Fazit: 5 von 5 Pfötchen und ein Jahreshighlight für mich.


Ich danke dem Verlag und dem Team von Lovelybooks für die Leserunde und mein Exemplar! 

Kirsty Moseley - Fighting to be Free (Repost)

 Zusammenfassung: Jamie Cole wird aus seiner Haft entlassen - er war wegen Mordes im Gefängnis. Direkt am ersten Abend in Freiheit trifft er Ellie - eine Tochter aus gutem Hause. Sie hat sich erst vor Kurzem von ihrem Freund Miles getrennt, und will eigentlich keine neue Beziehung.

Doch dann gibt sie Jamies werben nach und die haben verbringen eine Nacht zusammen. Für Jamie ist es sofort mehr, als nur ein One Night Stand, doch Ellie will ihn erstmal auf Distanz halten. Jedoch gibt er nicht auf und so gibt das junge Mädchen nach. Die beiden beginnen eine Beziehung.
Sehr zum Verdruss ihres Exfreundes Miles und ihrer Mutter...

Jamie hat jedoch eine dunkle Vergangenheit und war wegen Mordes im Gefängnis. Doch all das will er von seiner Liebe fern halten, und dies ist nicht so einfach. Denn er denn der junge Mann arbeitet wieder für seinen alten Boss, Brett und stiehlt für ihn extrem teure Autos, damit diese weiterverkauft werden können...

Doch Ellie hält zu ihrem Jamie und alles scheint gut zu werden, denn er hat auch einen richtigen Job auf einem Schrottplatz. Hier bringt er alte, nicht mehr fahrfähige Autos wieder in Schuss und diese werden dann auf Auktionen verkauft. Am Erlös wird Jamie beteiligt. Jedoch gerät die zarte Welt ins Schwanken, als er erfährt dass seine drogenabhängige Mutter schwer verprügelt wurde. Sie hat sich bei einem Kredithai Geld für Drogen geliehen, kann es nicht zurückzahlen und die Summe steigt und steigt...

Also bleibt Jamie keine andere Wahl, als bei dem Kredithai vorstellig zu werden und die Schulden der Mutter auf sich zu nehmen. Aber dafür muss er nun wieder mehrere Monate für Brett arbeiten, und auf einmal spitzt die Lage sich dramatisch zu. Und alles steht auf dem Spiel...

Meine Meinung: Fighting to be Free - ein Roman der mich etwas zwiespältig zurück lässt. Ich war doch sehr überrascht, dass es sich um noch so junge Protagonisten geht. Jamie ist Anfang 20 und Ellie geht noch zur Highschool, ist also 17 Jahre alt. Aus dem Rückentext geht dies nicht hervor.

Nichtsdestotrotz schafft es Kirsty Moseley den Spagat zwischen Teenieliebe und Actionromanze zu halten. Der erste Teil hat mir nicht so gut gefallen, Jamie und Ellie's Beziehung spielt sich fast nur im Bett ab. Zwar sind die Sexszenen nicht so ausgeschmückt, wie man es aus anderen Romanen kennt, aber trotzdem gibt es nicht wenige davon. Ich hatte fast den Eindruck, obwohl es sich ja um die große, wahre Liebe handeln sollte, dass es auf Bettgeschichten reduziert wurde.
Man erfährt sofort recht viel über Jamie, doch seine Vergangenheit bleibt fast bis zum Schluss im Dunklen. 

Was die Leserinnen und Leser erfahren ist, dass er einen Mord begangen hat und seine kleine Schwester ermordet wurde. Die Mutter ist eine *sorry für den Ausdruck* Drogenhure (sie prostituiert sich für Drogen), und ihre Kinder sind ihr total egal.

Ellie ist ein naives, gut behütetes Highschool Chearleadergirl. Von ihr erfährt man am Wenigsten, außer dass sie eben ein Cheerleaderkapitän und die Älteste von zwei Töchtern ist.
Ab ungefähr der Hälfte, nimmt die Story dann eine Wendung, mit der man schon früher gerechnet hätte. Es wird spannend und ich hatte bei den Raubzügen immer Angst um Jamie. Dass etwas schief geht, er erwischt wird etc. ^^.

Ellie mit ihrer extremen Naivität ging mir streckenweise etwas auf die Nerven, wobei ich Jamie sehr sympathisch fand.
Das Cover finde ich sehr schön. Schlicht in dunklem Pink, mit lila-weißen Orchideen. Der Titel ist weiß und der Name der Autorin sowie der Untertitel sind schwarz gehalten.
Gerade so dezente Cover finde ich immer sehr schön.
Ich habe lange hin- und her überlegt, wie ich diesen Roman bewerten soll. Er war nicht langweilig, aber auch nicht wirklich mitreißend oder rasant... nach dem Rückentext und der Leseprobe hatte ich mir etwas anderes davon versprochen. Und einige Szenen hätte man getrost kürzen können, da diese etwas zäh zu Lesen sind.

Fazit: 3 von 5 Pfötchen


Freitag, 9. Juni 2017

Nacho Figueras mit Jessica Whitman - Die Wellington Saga ~ Versuchung *Leserunde*

Rückentext: In Wellington liegt der Schlüssel zum Glück...

Champagner und Jetset interessieren die junge und kluge Tierärztin Georgia nicht. Daher stimmt sie wenig begeistert zu, ihren besten Freund zu einem der glamourösen Reitturniere in Wellington, Florida zu begleiten. Ausgerechnet Alejandro, der unglaublich attraktive älteste Sohn des mächtigen Del-Campo-Clans, wirft dort ein Auge auf sie und zieht sie wie ein Sturm in eine Welt, in die Georgia so gar nicht zu passen scheint. Doch er ist kein Mann, der ein Nein akzeptiert...

Zusammenfassung: Georgia lebt mit ihrem Vater auf einer alten, heruntergekommenen Farm. Sie ist Tierärztin und hat - wie ihr Vater - ein großes Herz für Tiere, die niemand mehr will. So haben sie zum Beispiel einen einäugigen Esel bei sich aufgenommen.

Dass Geld ist mehr als knapp, und es fehlt an allen Ecken an Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten. Ihre Mutter hat die Familie verlassen, als sie noch ein Kind war. Und seitdem gibt es nur noch Georgia und ihren Vater.

Umso überraschender kommt es für sie, als ihr bester schwuler Freund Billy sie nach Florida einlädt. Nach einigem Zögern nimmt sie die Einladung an und lernt hier auch Billys große Liebe Beau kennen. Als sie dass erste Mal auf Alejandro trifft, knistert es sofort zwischen den Beiden. Doch der Del-Campo Erbe hat sich nach dem Unfalltod seiner Frau entschieden, nie wieder eine Frau so im Stich zu lassen. Und erst recht keine mehr an sich heran zu lassen...

Eigentlich als Zuschauerin, fällt ihr dann auf dass eines der Poloponys des Del-Campo Clans nicht richtig läuft. Doch niemand will ihr zuhören - also springt sie kurzerhand aufs Spielfeld und stoppt somit dass Spiel.

Aufgebracht stürmt d Alejandro auf sie zu, doch da ihm seine Ponys am Herzen liegen hört er ihr zu. Und just in dem Moment bricht das Pony auf dem Spielfeld zusammen. Georgia setzt dem Tier kurzerhand eine Spritze und es wird ins Krankenhaus transportiert - Not OP...

Später treffen Billy, Beau und Georgia auf der Party ein und wieder auf Alejandro. Dieser ist immer noch von Georgias Art begeistert, und als es zum großen Krach mit anschließender Kündigung des zweiten Tierarztes kommt, wird Georgia die Stelle angeboten... sehr zum Verdruss von Gustavo, dem intriganten ersten Tierarzt. Ihm ist sie ein Dorn im Auge, und das lässt er sie immer deutlicher spüren...

Alejandro und Georgia versuchen nach einigen innigen Momenten nur  noch auf professioneller Ebene mit einander auszukommen, zumal Alejandro ja nun auch ihr Chef ist.... doch die Spannung ist spürbar und um sie herum lädt sich die Luft immer mehr auf...

Meine Meinung: Die Wellington Saga, Versuchung ist der erste Band einer Trilogie. Obwohl Polo eine zentrale Rolle spielt, fand ich es nicht nervig oder zu weit im Mittelpunkt. Auch dass es sich um Pferde dreht, hat mich nicht sonderlich gestört. Ich bin bestimmt keine Pferdenärrin, aber die Dosis war meiner Meinung nach genau richtig.

Der Stil ist sehr flüssig und man erfährt viel über die Protagonisten. Georgia war mir auf Anhieb sympathisch. Endlich mal ein Teeniemädchen, endlich mal eine Frau die mit beiden Beinen im Leben steht. Und auch die erotischen Szenen waren für mich gut gesetzt. Die Anziehungskraft zwischen Alejandro und Georgia war praktisch greifbar und
- natürlich - ist es erstmal ein Auf und Ab zwischen den Beiden.

Nachdem ich anfangs etwas Probleme hatte, in das Buch reinzukommen, fiel es mir nachher nicht mehr schwer - im Gegenteil. 

Das Cover ist in der Farbe Eierschale gehalten, die Schrift ist Pink und dass Wappen golden. Was ich besonders schön finde ist, dass das Cover leicht golden schimmert, wenn man es ins Licht hält. Unterhalb sieht man dass Anwesen der Familie in Florida.

Aufgrund ein paar kleinen Längen, die beim Lesen aber nicht stören, vergebe ich:

Fazit: 4 von 5 Pfötchen und eine Empfehlung spreche ich aus.






Freitag, 2. Juni 2017

Alexi Zentner - Die Hummerkönige

Rückentext: Vor dreihundert Jahren hat sich die Familie Kings auf Loosewood Island angesiedelt - dieser rauen Insel zwischen Nova Scotia und Maine, zwischen Gestern und Heute, zwischen Wasser und Festland. Seit jeher lebt sie vom Hummerfang, vom Meer - und das ist Fluch und Segen zugleich...

Zusammenfassung: Woody Kings lebt mit seiner Familie auf Loosewood Island, er hat drei Töchter und einen kleinen Sohn. Die Kings sind Nachfahren des Künstlers Brumfitt, der seinen Lebensunterhalt als Hummerfischer verdiente. Diese Familientradition gibt Woody auch an seine Kinder weiter. Doch nur Cordelia (die Protagonistin), zeigt die gleiche Begeisterung wie ihr Vater. Und selbst der einzige Sohn, Scotty würde lieber zu Hause bleiben, als auf See zu sein.

Von allen Kindern ist Cordelia ihrem Vater auch am Nächsten, da sie schon von klein auf mit ihm auf Hummerfang geht. Woodys Kinder wetteifern um seine Aufmerksamkeit, denn diese gilt größtenteils seinem Sohn und Erben. So sieht der Vater auch darüber hinweg, dass Scotty kein Interesse an der Fischerei und am Meer zeigt. Nur Cordelia erkennt dies sofort. Die drei fahren eines Tages zum Fischen hinaus, und als Woody seinem Sohn mehr Aufgaben gibt, als seiner Tochter, zieht sie sich zurück. Dies hat schlimme Konsequenzen, die dass Leben der ganzen Familie verändern...

Ihre Schwestern Rena und Carly haben wenig bis überhaupt kein Interesse an der Hummerfischerei. Sie bleiben lieber bei ihrer Mutter. Diese ist auch stets in Sorge um ihren Mann und natürlich um Cordelia und Scotty, wenn die beiden mitfahren. Cordelia ist ein stures und eigensinniges Kind - das genaue Gegenteil ihrer Schwestern. Sie spinnt ein paar kleinere Intrigen und will ihren Vater am Liebsten für sich alleine haben. Während die Mutter aus ihren Töchtern "richtige" Mädchen machen möchte, steuert Cordelia konsequent dagegen. Und so kommt es zu manch Auseinandersetzung, wobei sie sich auch schon mal im Ton vergreift, oder ihre Familienmitglieder seelisch verletzt...


Meine Meinung: Der Roman "Die Hummerkönige" schien mir ein interessantes, spannendes Buch zu werden. Familiengeheimnisse usw. leider kann ich nicht sagen, dass dies zu traf.

Cordelia schildert die Geschehnissen durchweg etwas nüchtern und neutral. Man bekommt keinen Bezug zu ihr, und man plätschert als Leser so dahin. Und zwar die ganze Zeit. Auch wenn es schwere Schicksalsschläge sind, oder große Verluste - alles wird neutral geschildert, ohne große Emotionen. Ich fand es auch etwas irritierend, dass mitten im Kapitel, Erklärungen über Brumfitts Bilder eingeschoben wurden. Zwar machte es für das vorangegangene Kapitel Sinn (oder auch mal für das Folgende), aber es riss mich immer aus der Rahmenhandlung. Ich hätte mir hier mehr gewünscht, dass die Bilder in die einzelnen Kapitel eingebunden worden wären.

Der Stil war für mich daher etwas holprig, oft wird wiederholt wie ein Hummer gefangen wird. Ernsthaft, nach drei oder vier mal lesen, weiß man es doch. Es hätte nicht nochmal wiederholt werden müssen. Generell sind mir oft Wortwiederholungen aufgefallen. Cordelia erzählt oft von ihrem "Daddy". Es gibt auch andere Worte für einen Vater... auch im Englischen. Liest man ein Kapitel und drei komplette Abschnitte beginnen mit "Daddy", ist das doch etwas nervig.

Auch konnte ich keinen Spannungsbogen feststellen, wenn mal Spannung aufkam, wurde darüber hinweg gegangen und alles ging seinen normalen Lauf, als ob nichts gewesen wäre.

Und eine Szene hätte man getrost streichen können... hier konnte ich einfach keinen Sinn sehen, außer dass jemand anders für die Unfähigkeit des Vaters bezahlen musste...

Ein Buch, dass hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist, da ich kein dunkles Familiengeheimnis entdecken konnte und wahrscheinlich auch schnell wieder vergessen wird.

Die Beschreibungen allerdings fand ich gut, ich konnte mir alles vorstellen. Die Insel, den Hummerfang, die Menschen - eben alles.

Das Cover ist cremefarben und man hat einen Blick aufs Meer, auf einer kleinen Klippe steht ein Leuchtturm und ein Hummerfangboot schippert anscheinend gen Hafen. Der Schriftzug "Die Hummerkönige" ist in schwarz gehalten und erscheint etwas rostig. Passend zu den alten Booten im Buch.

Fazit: 3 von 5 Pfötchen, aus dem o. g. Gründen


Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 27. Mai 2017

Interview mit Jonas Winner

Ihr Lieben Leserinnen und Leser,

ich habe euch ja schon angekündigt, wie ich mich darüber gefreut habe, dass der Autor mir das Angebot über das Interview gemailt hat! Ich habe nun Murder Park  durchgelesen.

Die Rezension findet ihr, wenn ihr hier klickt ^^.


Der Roman erscheint am 13. Juni im Heyne Verlag und hat 416 Seiten.

So, nun aber zum eigentlichen Interview. Auch hier nochmal vielen Dank an Jonas Winner, für das interessante Interview!

Hallo Jonas, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst!

Ich begrüße dich herzlich auf meinem Blog Catgirl loves Books.

Erstmal ein herzliches Dankeschön, dass ich deinen neuen Roman „Murder Park“ vorab lesen durfte.

Freut mich, „hier“ sein zu können! „Catgirl loves Books“ – schöner Titel!

Kommen wir zu den Fragen:

  1. Wie bist du zum Schreiben von solchen Thrillern gekommen?
Gute Frage. Langer Weg! Wahrscheinlich fing das an, weil ich als kleiner Junge gern spannende Filme gesehen habe. Also richtig gern. Dann kam natürlich schnell die Frage auf: Kann ich das auch? Kann ich auch so eine Geschichte erzählen? Außerdem habe ich meine Jugend in Rom verbracht und dort gab es zum Teil irgendwie nicht so viel zu tun – zumindest war das mein Eindruck - so dass ich die sogenannten „Teenie-Jahre“ damit verbracht habe, ein Buch nach dem anderen zu verschlingen. Als ich dann langsam anfangen musste, mir ein Leben aufzubauen, bin ich zurück nach Deutschland gekommen, habe auch angefangen als Journalist zu arbeiten – aber das, worum es eigentlich ging, war immer das Gleiche geblieben: Kann ich auch solche spannenden Geschichte erzählen, wie ich sie gern lese? Das war die Frage. Irgendwann musste ich es ausprobieren, musste ich sehen, was daraus wurde, wenn ich es wirklich versuchte. Also habe ich mich hingesetzt und meinen ersten Roman geschrieben, das war „Davids letzter Film“. Als dtv das Manuskript gekauft und veröffentlich hat, dachte ich: Okay – es geht! Also los, weiter, vielleicht kann ich es ja noch besser. Und das kann schnell zur Sucht werden. Denn jedes Mal denke ich: Das war schon ganz in Ordnung, aber es geht noch besser! MURDER PARK, das Buch, das im Juni erscheint, ist dann Nummer sechs.


  1. Woher nimmst du die Ideen? „Die Zelle war ja schon Richtung Psychothriller und sehr verschachtelt. Ich habe schon viele Thriller gelesen, aber so was – um Ehrlich zu sein – noch nie!
Noch nie? Ehrlich? Was jetzt: Die Zelle – oder MURDER PARK? Egal … in jedem Fall: super! Vielen Dank, das freut mich sehr. Denn natürlich – darum geht es auch. Mir zumindest. Es geht ja nicht darum, ein Buch zu schreiben, von dem der Leser den Eindruck hat: Das hab ich schon mal gelesen. Dann brauche ich es nicht zu schreiben. Das ist tatsächlich eine (finde ich) sehr aufreibende Arbeit und wenn nichts Neues dabei herauskommt, kann man es sich (finde ich) ehrlich gesagt auch sparen. Wenn es hingegen klappt und es entsteht etwas, das bisher noch nicht da war, dann finde ich das sehr aufregend.


  1. Wie schaffst du es am Ende deine Leserinnen und Leser trotzdem noch zu überraschen? Ich habe weder bei diesem Roman, noch bei dem Vorgänger mit einem solchen Ende gerechnet! Immer wieder hatte ich zwar Spuren, aber die waren dann irgendwann doch dahin…
Na, das mit der Überraschung ist schon wichtig. Es hat natürlich mit dem zu tun, was ich am Anfang erwähnt habe, mit der Spannung. Letztlich ist es das, was - glaube ich - unterschwellig die Spannung ausmacht: Wenn man als Leser beim Lesen spürt: Da kommt noch was. In dieser Geschichte ist etwas im Gange, das ich (als Leser) noch gar nicht richtig sehe – das ich aber vor dem Ende der Geschichte noch entdecken und begreifen werde. Aber was ist es? Man fühlt es, ahnt es, sieht vielleicht die Umrisse, weiß aber nicht genau, was es ist. Das ist – zumindest geht es mir so – spannend. Und es ist nicht immer einfach, diesen Effekt zu erzeugen. Oftmals ist es das, was am schwierigsten beim Schreiben ist: Wie bekomme ich diese „zweite Ebene“ in einer Geschichte richtig gut hin …


  1. Bevor du einen Roman schreibst, woher nimmst du die Inspirationen und Ideen?
In meinem Arbeitszimmer gibt es ein Fach, dort liegen alle Ideen. Zettel mit Notizen, oft nur ein paar Worte. Im Laufe der Jahre hat sich dort ein ziemlicher Stapel angesammelt. Das kann in jedem Augenblick - beim Spaziergang, im Auto, mitten in der Nacht - passieren: Plötzlich ist sie da: Die Idee. Das muss ich machen! Meist ist dafür aber keine Zeit, weil ich mitten in der Niederschrift eines anderen Textes stecke. Also muss ich die Idee mit ein paar Worten skizzieren und lege sie auf den Stapel. Und wenn das eine Buch schließlich fertig ist, nehme ich mir meine Zettel vor und sehe sie durch. Was mache ich als nächstes? Da gibt es dann einen Haufen Möglichkeiten. Und es dauert ein bisschen, bis ich begreife, welche Idee bloß interessant ist, und welche so zwingend, dass ich sie unbedingt als nächstes in Angriff nehmen muss. Und die wird es dann: Das nächste Buch.


  1.  Nehmen wir Murder Park und Zodiac Island. Das ist ja der Handlungsort, hast du dich hier am realen Zodiac Killer aus den USA orientiert?

Nicht direkt. Das ist zu einem etwas späteren Zeitpunkt dazu gekommen. Was ich von Anfang an machen wollte, war eine Geschichte in einem sogenannten Theme Park – und zwar in einem Park zum Thema Serienmörder. Daraus hat sich dann Schritt für Schritt die Geschichte entwickelt. Aber natürlich ist der Zodiac Killer, wenn man sich erstmal mit dem Thema „Welche Serienmörder gab es WIRKLICH“ beschäftigt, von Anfang an eine der unheimlichsten Gestalten …


  1. Schreibst du Kapitel durch, oder suchst du Zwischendurch Zerstreuung? Und falls ja, wie sieht dass so aus?
Naja, das ist natürlich unterschiedlich. Am besten ist es, wenn es hintereinander weg geschieht. Hinsetzen, wissen, was man / ich schreiben will, loslegen und erst aufstehen, wenn die Sequenz, die Szene oder das Kapitel fertig ist. Dann steht das schwarz auf weiß vor einem und braucht meist gar nicht mehr groß verändert zu werden. Schwierig und zäh und anstrengend sind die Szenen, die nicht so recht „aus der Feder fließen“ wollen. Das merke ich dann schon: Das will bei der ersten Niederschrift nicht klappen, daran werde ich noch tausendmal herumfeilen müssen. Aber wenn es nicht vorwärtsgeht, bleibt einem nichts anderes übrig: Ein paar Stunden lang kann man sich quälen und den Kopf zerbrechen, manchmal will es einfach nicht funktionieren. Dann muss ich aufstehen und erstmal raus aus dem Haus, um nicht .. also: durchzudrehen? Und das hat meistens damit zu tun, das sich an dieser Stelle in der Geschichte eine Schwierigkeit verbirgt, die mir selbst noch gar nicht klar ist. Aber wenn ich erstmal in Bewegung bin, wird die Sache oftmals bald greifbarer. Hoffentlich … denn wenn nicht, kann es ätzend werden …

  1. Wie lange arbeitest du so an einem Roman und den einzelnen Kapiteln durchschnittlich?
Meine Faustregel ist: Von Anfang bis Ende, von der ersten Idee bis zum letzten Polish, dauert es in etwa ein Jahr, so einem Roman zu schreiben.
  
Eine kleine persönliche Frage:

  1.  Hast du literarische Vorbilder und was liest du persönlich gerne?
Na klar lese ich gern, sonst wäre das alles ja auch ziemlich absurd. Ich habe ja eingangs von meinen Lektüren als Jugendlicher erzählt – manchmal habe ich den Eindruck, die Intensität des Leseerlebnisses (wenn man das so sagen kann) habe seit damals ein wenig abgenommen. Was natürlich schade ist … Aber so, wie ich in den Büchern damals „versunken bin“, die Lebendigkeit, mit der ich mich in der Geschichte „bewegt“ habe - das gibt es heute nicht mehr so ganz … Deshalb: Wenn ich über „Vorbilder“ nachdenke, muss ich als erstes immer an die Bücher denke, die ich damals gelesen habe, und das waren vor allem Romane aus dem 19. Jahrhundert: Poe, Dickens, Balzac, die Russen: Dostojewski und so weiter, später dann habe ich den hard-boiled Noir Krimi von Chandler entdeckt, die Beat Generation, Burroughs, Kerouac und so weiter, und erst viel später habe ich angefangen, die modernen Amerikaner zu lesen: vor allem Tom Wolfe und Franzen fallen mir ein, aber natürlich auch solche sagenhaften Erzähler wie Grisham und King. Aber ich müsste ewig weiter aufzählen, wenn ich nicht all den anderen, die ich jetzt nicht erwähnt habe, Unrecht tun wollte – nur geht das natürlich nicht …


Lieber Jonas, vielen Dank für deine Antworten. Ich hoffe dich bald wieder auf meinem Blog begrüßen zu dürfen. Eins kann ich dir versichern: du hast einen neuen Fan gewonnen!

Super, freut mich sehr! Vielen Dank fürs „Reden“, hat Spaß gemacht!

Hier findet ihr ein paar Infos über den Autor (Quelle: Wikipedia), das Foto habe ich von seiner Homepage Klick hier! "geliehen".

Jonas Winner (* 1966 in Berlin) ist ein deutscher JournalistDrehbuchautor und Schriftsteller.
Winner wuchs in Berlin und Rom auf. Nach einem halbjährigen Aufenthalt in den USA nahm er in Berlin ein Studium der Philosophie  auf und schloss es 1993 nach einem weiteren Auslandsaufenthalt in Paris ab. 
Winner begann, für das Fernsehen zu arbeiten; er war unter anderem als Reporter und Redakteur in der Kulturredaktion des ZDF tätig. 1996 wurde er in Philosophie mit einer Dissertation über die Spieltheorie promoviert. 
Er kehrte anschließend zum Fernsehen zurück, drehte Dokumentationen und Reportagen für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und gründete mit drei Freunden das Label plotpower für die Entwicklung von Stoffen und Drehbüchern.
Neben seiner Tätigkeit als Reporter begann Jonas Winner im Jahr 2000 Drehbücher für Thriller und Krimis zu schreiben, die unter anderem vom ZDF, der ARD und Sat.1 ausgestrahlt wurden. 2011 erschien mit dem Psychothriller Davids letzter Film sein erstes Buch. 
Seine siebenteilige Thriller–Reihe Berlin Gothic erschien ab 2011 zuerst in seinem eigenen Verlag Berlin Gothic Media als E-Book, bevor sie 2013 in gedruckter Form veröffentlicht wurde.
Winner lebt in Berlin.




Folgende Bücher sind von ihm bisher erschienen:

Davids letzter Film, dtv Verlag, Jahr 2011 
Berlin Gothic, Berlin Gothic Media Berlin (e-books) Jahre 2011/2012
Berlin Gothic, Knaur München  (Print), Jahr 2013
Der Architekt, Knaur München, Jahr 2014
Die Zelle, Knaur München, Jahr 2016